Die 14 Qualitätskriterien des Arbeitskreises für dyskalkulietherapeutische Einrichtungen

Die Qualitätskriterien und weitere Informationen rund um die Therapie und die therapeutischen Einrichtungen haben wir für Sie zusammengestellt und wie folgt aufgegliedert:

Auf Rechenschwäche spezialisierte Facheinrichtungen

Fachspezifische Ausbildung der Dyskalkulietherapeuten

Qualitative Förderdiagnostik

Schriftliche Berichterstellung

Persönliche Beratung nach der Untersuchung

Therapieplan

Inhalte der Lerntherapie

Individualtherapie

Elterngespräche

Lehrergespräche

Lehrerfortbildungen

Qualitätssicherung der Lerntherapie

Renommee der Einrichtung

Laufzeit der Verträge

Auf Rechenschwäche spezialisierte Facheinrichtungen

Nur Fachinstitute, die sich in ihrer Arbeit auf die Diagnostik und Therapie rechenschwacher Kinder spezialisiert haben, können eine fachgerechte Rundum-Hilfe anbieten: Ausführliche Beratung, spezifische Lernstandsdiagnostik und vor allem eine individuelle Dyskalkulietherapie. Für nicht-spezialisierte lerntherapeutische Einrichtungen ist Mathematik immer nur ein Thema unter anderen.

Fachspezifische Ausbildung der Dyskalkulietherapeuten

Nachhaltige Hilfe erfordert fachgerecht und fundiert ausgebildete Dyskalkulietherapeuten. Eine Rechenschwächetherapie kann nur von Fachkräften geleistet werden, die nach einem Studium der Pädagogik bzw. der Mathematik oder einem verwandten Fach eine zusätzliche spezielle Fachausbildung zum Rechenschwächetherapeuten auf universitärem Niveau absolviert haben. Eine unspezifische Ausbildung zum „Lerntherapeuten“ genügt hierfür nicht.

Qualitative Förderdiagnostik

Ausgangspunkt für eine individuell zugeschnittene dyskalkulietherapeutische Maßnahme kann nur eine ausführliche qualitative Förderdiagnostik sein. Standardisierte Tests genügen diesem Anspruch nicht, da sie nur eine Quote falscher Ergebnisse ermitteln, ohne die kognitive Grundlage beleuchten zu können. Für den sinnvollen Einsatz von Förderdiagnostikverfahren – wie dem von Dr. Wehrmann an der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelten QUADRIGA – benötigt es speziell ausgebildete Diagnostiker, die dazu in der Lage sind, eine qualitative Diagnostik nach den wissenschaftlichen Standards durchzuführen, im klinischen Interview die individuellen Denkstrategien der Schüler zu ermitteln und so ein individuelles qualitatives Fehlerprofil erstellen zu können.

Schriftliche Berichterstellung

Das Resultat einer qualitativen Förderdiagnostik besteht nicht in einem nichts sagenden Punkteergebnis oder einer schlichten Ankreuzliste. Statt dessen ist ein ausführlicher schriftlicher Bericht über die Lernausgangslage des Schülers erforderlich, in welchem anhand einer qualitativen Fehleranalyse die einzelnen Fehlentwicklungen im rechnerischen Denken ausführlich dargelegt werden.

Persönliche Beratung nach der Untersuchung

Die beteiligten Personen (Diagnostiker, Eltern, Lehrkräfte und ggf. Förderlehrkräfte) sollten im Therapiezentrum zu einem ausführlichen Beratungsgespräch zusammenkommen. Erörtert werden hier die Lernprobleme des Kindes, wie angemessene Hilfe aussehen muss, inwieweit die Schule dazu beitragen kann und ob eine außerschulische Lerntherapie erforderlich ist.

Therapieplan

Diagnostiker und Lerntherapeut erstellen gemeinsam einen Therapieplan, in dem die zu erarbeitenden Lerninhalte aufgeführt und in eine didaktisch sinnvolle Reihenfolge gebracht werden. Durch verlaufsdiagnostische Resultate in den Therapiesitzungen wird dieser Plan dynamisch verändert und ggf. auch erweitert, falls sich weitere Lernschwierigkeiten herausstellen.

Inhalte der Lerntherapie

Nachhaltige Förderung bedeutet das Arbeiten an den mathematischen Lerninhalten, an denen es dem Kind mangelt. Rechnen erlernt man nur durch Beschäftigung mit der Mathematik. Bewegungs-, Konzentrations- oder Gedächtnistraining helfen diesen Kindern nicht, die Probleme werden so nur verfestigt. Im individuellen therapeutischen Lerndialog muss gesichert sein, dass der Schüler die mathematischen Argumente von Anfang an in ihm angemessenen Schritten nachvollzieht.

Individualtherapie

Die angemessene Therapieform für rechenschwache Kinder ist die Individualtherapie in einer- und zweiertherapeutischen Sitzungen. Die Verständnisprobleme sind im einzelnen zu verschieden, als dass man auf diese in einem Gruppenunterricht angemessen eingehen könnte. Rechenschwache Kinder benötigen individuelle Ansprache im Lerndialog, um über neue Lerninhalte reflektieren zu können. Mit der Lerntherapie verzahnte Verlaufsdiagnostik sichert die erzielten Lernfortschritte.

Elterngespräche

Eine Dyskalkulietherapie muss transparent sein und darf nicht „hinter verschlossenen Türen“ stattfinden. Ein kurzes Feedback nach der Sitzung über die Inhalte und den Verlauf ist obligatorisch. Die Einrichtung sollte bei Bedarf der Eltern oder des Therapeuten zudem eine ausführliche Beratung durchführen, in dem ggf. zusammen mit der Schule die bisherigen Lernerfolge und evtl. auftretende Probleme beim Lernen und im sozialen Umfeld des Kindes besprochen werden.

Lehrergespräche

Für einen erfolgreichen Therapieverlauf müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen – dazu gehört auch die Schule. Ein regelmäßiger Austausch von Lerntherapeut und Mathematik- bzw. Förderlehrkraft ist nötig, um die Lerninhalte der schulischen Förderung mit der Lerntherapie abzustimmen und ggf. sinnvolle flankierende schulische Maßnahmen wie Nachteilsausgleich zu besprechen.

Lehrerfortbildungen

Transparenz und Wissenstransfer ist ein Ausweis guter therapeutischer Arbeit. Prüfen Sie, ob und welche Fortbildungsangebote die Einrichtung den Schulen bzw. den Lehrkräften anbietet. Regelmäßige Informationsabende für betroffene Eltern, Schul- und Fördervereine – am Institut oder vor Ort an den Schulen – sollten ebenso im Repertoire des Instituts enthalten sein.

Qualitätssicherung der Lerntherapie

Dyskalkulietherapie darf keine Sache von „Einzelkämpfern“ sein, sondern muss in einem interdisziplinär zusammengesetzten Team stattfinden. Nur Einrichtungen mit einem entsprechenden Mitarbeiterstab können die Qualität der Dyskalkulietherapie sicherstellen. Kontinuierliche Fortbildung der Mitarbeiter, Supervision der täglichen Arbeit, kollegiale Beratung, regelmäßige Teamsitzungen und Fallbesprechungen sind notwendige Bestandteile eines erfolgreichen Therapiekonzeptes, was kleine Einrichtungen oder einzeln tätige Personen nicht leisten können.

Renommee der Einrichtung

Gute therapeutische Arbeit spricht sich herum. Erkundigen Sie sich bei anderen Eltern, bei den Lehrkräften ihrer Kinder, beim Kinderarzt oder auch bei den örtlichen Selbsthilfeverbänden, ob diese die Arbeit der Einrichtung kennen und welche Erfahrung sie mit der Lernentwicklung der Kinder und der Professionalität der therapeutischen Arbeit des Instituts gemacht haben.

Laufzeit der Verträge

Die Dauer der Therapie richtet sich nach den Lernerfordernissen des Schülers und kann deshalb nicht lange Zeit vorher festgeklopft werden. Eine hochwertige Lerntherapie überzeugt durch die inhaltliche Arbeit und hat es nicht nötig, die Eltern durch Jahresverträge unnötig lange zu binden. Eine monatliche Kündigungsfrist ist bei seriösen Einrichtungen angemessen.